
Zwischen arabesken Ranken
Polygone mit Greifen am Brunnen
Die gefaltete Fläche schafft Raum.
Die Falte ist versteckte Oberfläche.
Mittlelalterliche Seidenstoffe:
Das Kunstgewerbemuseum in Berlin besitzt eine umfangreiche Sammlung
mittelalterliche Seidenstoffe.
Davon habe ich mir sechs verschiedene Stoffe ausgesucht.
Ich greife in meiner Arbeit immer dann auf die Muster dieser Stoffe zurück, wenn mir die Vorstellung einer konkreten textilen Stofflichkeit wichtig ist.
- “Zwischen arabesken Ranken Polygone mit Greifen am Brunnen” (Inventarnummer:
89,297)
- “Stern in Achteck” (Iventarnummer: keine)
-“Große Sterne (Inventarnummer: 78,773)
- “Pfauen und Doppeladler zwischen Lotusranken
(Inventarnummer: 89,240)
-“Halbmonde” (Inventarnummer: 90,148)
-“Im Rautennetzt Pinienzapfen und Rosetten”
(Inventarnummer: 84,293)
Es handelt sich dabei um kleine, zum Teil nur handteller große,
fast unansehnliche Stofffetzen.
Aufgrund der besonderen Sammlungsgeschichte befinden sich in den unterschiedlichsten
Museen, weltweit verteilt, jeweils ein kleines Stückchen von dem
Stoff.
Mittelalterliche Seidenstoffe
Bestandskatalog XVIII
Des Kunstgewebemuseums Berlin
(Leonie von Wilkens)
Katalognummer: 90
Zwischen arabesken Ranken Polygone mit Greifen am Brunnen
Vorderer Orient, 14. Jahrhundert
Inv. Nr. 89,297. Erworben 1889 von Franz Bock, Aachen
Lampas. Grund in fünfbindigem Kettatlas;
Muster in Leinenbindung. 41:23 cm
Kettverhältnis 4:1. Hauptkette: Seide, blau, Z-gedreht;
Bindekette: Seide, hellgelb, Z-gedreht. 96-104+24-26/cm
Schuß: Seide, dunkelblau, ungedreht;
Riemchengold, S-gedreht um Leinen, S-gezwirnt. Je 16/cm
Rapport 39:19,3 cm
Gut erhalten
In Gold sind aus dem blauen mit arabesken Ranken überzogenen Grund in versetzten Reihen zweifach konturierte Vielpässe ausgeschnitten. Darin hocken schlanke, rankengleich stilisierte Greifen auf der Schale eines Brunnens mit hohem Brunnenstock. Um die Vielpässe sind vier Masken mit kalautah (Kopfputz) und mongolischen Schläfenlocken angeordnet. Trotz der S-Drehung des Riemchengoldes muß man hier doch wie bei Kat. Nr. 88 am ehesten ein Erzeugnis des mamlukischen Herrschaftsbereiches annehmen. Weitere Stücke dieser Seide finden sich in zahlreichen Museen, z.B. in Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe (Inv. Nr. 1891.250), Köln, Museum für angewandte Kunst (Inv. Nr. D 580. Barbara Markowsky: Europäische Seidengewebe des 13. Bis 18. Jahrhunderts. Kunstgewerbemuseum Köln. Köln 1976, S. 388 Kat. Nr. 725 mit Angabe weiterer Parallelen), Krefeld, Deutsches Textilmuseum (Inv. Nr. 01288. Brigitte Tietzel: Italienische Seidengewebe des 13. 14. Und 15. Jahrhunderts. Deutsches Textilmuseum Krefeld. Köln 1984, S. 462-464 Kat. Nr. 91).
Falke 2, Abb. 352 – Anne E. Wardwell: Panni Tartarici: Eastern Islamic Silks Woven with Gold and Silver (13th and 14th Centuries). In: Islamic Art 3, 1988-1989, S. 95-173, bes. 113, Abb. 65 (Exemplar in New York, Cooper Hewitt Museum, Inv. Nr. 1902-1-272, mit beiden Webkanten) – L. v. Wilkens: Die textilen Künste von der Spätantike bis um 1500. München 1991, Abb. 125.

Juliane Laitzsch | Berlin | mail@ juliane-laitzsch • de








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